Schöne Gärten versteckt hinter Sichtschutzwänden

Privatleben ist ein äußerst wichtiges Gut in deutschsprachigen Ländern. Da die Baugründe selten sind, drängt sich oft Haus an Haus und viele Hausbesitzer fühlen sich wie auf dem Präsentierteller. Während man behaglich ein Bier auf der Terrasse trinkt oder in Sommerbekleidung auf der Liege entspannt, möchte man nicht unbedingt vom Nachbarn beobachtet werden. Etliche Besitzer eines Hauses installieren daher oft Sichtschutzwände, um vor aufdringlichen Blicken sicher zu sein.

Sichtschutzwände gibt es in sämtlichen Materialien und Ausprägungen und haben im Regelfall eine Höhe von 170 – 190 cm. Im Nachbarschaftsrecht ist geregelt, in wie weit man Sichtschutzwände im Garten aufbauen darf und wie groß sie sein dürfen. In der Tat ist das Recht von Bundesland zu Bundesland verschieden. Allerdings kann es auch noch von Gemeinde zu Gemeinde Unterschiede geben, da im Nachbarschaftsrecht nur der Rahmen festgelegt ist. Details können die Gemeinden noch selbst anordnen. Michael Ballack stritt früher vehement mit der Gemeindeverwaltung in München, da er seinen Gartenzaun statt auf erlaubte 130 cm, auf unerlaubte 180 cm Größe gebaut hatte. Die Gemeinden wollen dadurch einfach nur verhindern, dass durch Sichtschutzwände schöne Gärten verborgen werden und das Ortsbild durch die Wände missgestaltet wird. Vor allem Städte, die von Touristen gerne besichtigt werden, achten darauf. Das Ortsbild soll einfach nicht nur aus Sichtschutzwänden und hohlen Gassen bestehen. Vor allem Sichtschutzwände, die längs der Straße aufgebaut werden, sind den Gemeinden nicht recht.

Falls man die Sichtschutzwand hinter dem Haus montiert, wird sich mit Gewissheit kein Mensch darüber ärgern. Außer man hat einen stressigen Nachbarn. Streitpunkte solcher Auseinandersetzungen unter Anrainern sind unter anderem, dass auf das Nachbargrundstück als Folge weniger Licht gelangt. In weiterer Folge wachsen vorgeblich bestimmte Grünpflanzen nicht mehr so gut wie früher. Eigentlich Lappalien, die schon so manches gutes Nachbarschaftsverhältnis zerstört haben. Damit man eventuell solche Streitereien umgehen kann, wäre es vielleicht angemessen, vor der Installation in Ruhe mit dem Anrainer darüber zu reden. Solange man sich auch an die Regelungen der Gemeinde hält, sollte ohnedies nichts passieren, wenn man Sichtschutzwände montieren möchte.. Sollte dessen ungeachtet ein Nachbar mit rechtlichen Konsequenzen drohen, dann darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Das sind dann nichts als leere Drohungen, wenn man sich an die Vorschriften gehalten hat. Denn um sich ein wenig Privatleben auf seinem eigenen Grund zu schaffen, darf sich im Normalfall jeder Sichtschutzwände installieren. Ein eigenes Heim ist teuer und sollte ein friedlicher Erholungsort nach einer stressigen Arbeitswoche sein. Und neugierige Blicke der Nachbarschaft sind fraglos ein unwillkommener Störfaktor in der freien Zeit. Ein wenig Ruhe und Frieden hat jeder verdient, da will man nicht auch noch seine Energiereserven mit einer Diskussion mit einem allzu neugierigen Nachbarn verschwenden.

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